Weltlandbrücke und Transrapid: Chancen für Deutschland
16. Februar 2008 •

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Viele waren hocherfreut, daß die Wissenschaftsbegeisterung trotz des grünen Zeitgeistes nicht unterzukriegen ist und sich 130 Mitglieder und Gäste zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung einfanden. Die polarisierte Diskussion über das Für und Wider der Transrapidstrecke München-München Flughafen nimmt schon narrenhafte Züge an, in der viele naive Bürger sich, von rot-grüner Politik und Medienlandschaft beeinflußt, gegen ein Geschenk der Bundes- und Landesregierung sperren, das die Spitzenstellung dieser Region noch attraktiver machen würde. So bot sich ein willkommener Anlaß, den Wertewandel zur nachindustriellen Spekulationsgesellschaft selbst aufs Korn zu nehmen und seine verheerenden Folgen mit einer optimistischen Aufbauperspektive zu kontern. 

In einer Grußbotschaft wünschte der Präsident der Technischen Universität München, Prof. Herrmann, der
in München als engagierter Befürworter des Transrapid bekannt ist, der Veranstaltung gutes Gelingen.

Zur Überraschung vieler waren Helga und Lyndon LaRouche zu der Veranstaltung gekommen, um der Bauchnabelschau, ob und welcher Gewinn für München durch den Bau der Transrapidstrecke herausspringe, ihre Vision der Weltlandbrücke entgegenzusetzen, mit der sie seit Jahren Regierungen in Eurasien begeistern.

Schon heute erschüttert die Weltfinanzkrise alle politischen Regeln und das eigentliche Thema ist die Frage, wer die Zusammenbruchskrise beherrscht. Deutschland drohe nachträglich ein „Morgenthauplan", sagte Frau Zepp-LaRouche, der die Industrie- und Lebensgrundlage durch Auslagerung, Unterdrückung bester Erfindungen wie des Transrapids und Bankrotte zerstöre. Diese Gefahr werde nun durch die heimliche Einführung des EU-Vertrages von Lissabon zementiert, der als Verfassungstext ja von den französischen und holländischen Wählern abgelehnt worden war, weil er Gemeinwohl durch die Herrschaft der Finanzmärkte ersetze.

In schärfster Form rief sie die Anwesenden und alle Bürger zum Widerstand gegen diese Diktaturverfassung auf, deren Text nicht einmal in Deutsch gedruckt, unleserlich und unverständlich sei. Nur die Absicht, diese Entrechtung zu vertuschen, könne ein solches „Nacht-und-Nebel"-Verfahren erklären, das bis Mai 2008 zu einer Grundgesetzänderung führen soll.

Was sonst keiner sagt

Die Verfassungshoheit werde dann an den Europarat abgetreten, wo Minister statt wie bisher eine Zweidrittelmehrheit des Bundestages Verfassungsänderungen beschließen könnten. Es sei ein Schritt von einem Staatenbund zu einem Bundesstaat, wo das Recht nicht mehr, wie laut Grundgesetz, vom Volk sondern von der EU ausgehe. Darüber hinaus eröffne die „Solidaritätsklausel" im Kampf gegen den Terrorismus den Weg zu ungehinderten Militäraktionen und Kriegen, gegen die kein Veto möglich sei.

Die Aussicht, daß ausgerechnet Tony Blair, einer der Einpeitscher für den Irakkrieg, erster Europäischer Präsident werden könnte, zeige klar die imperiale Richtung u.a. gegen Eurasien, die hinter diesem neuen EU-Vertrag stehe. Schon Blairs enger Berater Robert Cooper habe in seinem Buch von Europa als dem größten imperialen Gebilde seit dem Römischen Reich geschwärmt. Beide Imperien, das alte wie das neue, richteten sich durch permanente Kriege und Plünderung zu Grunde. Die Geschichte zeige, daß eine so große Macht zur Unterdrückung sich auf unabsehbare Zeit festsetze und bis zu ihrem selbstverschuldeten Untergang an der Macht bleibe.

Der laufende Finanzkollaps sei der Grund für die Hast, die Entrechtung unter „Dach und Fach" zu bekommen, da heute noch das Grundgesetz und das „Stabilitätsgesetz von 1967" die Möglichkeit geben, das Gemeinwohl aus den Trümmern der Banken zu retten und einen produktiven Aufbau zu starten. (s. Neue Solidarität Nr. 3/08 „Das Ende der `freien` Marktwirtschaft: Schafft Gesetze zur Rettung des Gemeinwohls!") Wie Italiens früherer Finanzminister Tremonti fordere sie auch einen „New Deal" für den Wiederaufbau, was aber durch den EU-Vertrag unmöglich würde. In Eurasien dagegen würden ihre Vorschläge für Infrastrukturkorridore schon verwirklicht, wie die wachsende Eurasische Landbrücke, der 1400 km lange Korridor zwischen Neu Delhi und Bombay, der das Leben von 180 Mio. Menschen verbessere, sowie das Projekt des Beringstraßentunnels der russischen Regierung zeigten.

Deutschland müsse sich daher zwischen einem solchen Rekonstruktionsprogramm nach dem Finanzkrach oder einer oligarchischen Knebelung entscheiden.

Die Lehren von 1923

Nicht weniger schonungslos eröffnete Lyndon LaRouche seine Rede mit der Feststellung, die Welt stehe am Rande eines neuen „Finsteren Zeitalters", einer neuen Barbarei. Seine Autorität für diese Einschätzung leite sich aus seinen Warnungen seit 1972 ab, daß die gigantische Finanzbombe, die sich seit dieser Zeit entwickelte, zur gesetzmäßigen Zerstörung der Welt führe. Diese Finanzbombe sei im Juli 2007 explodiert. Oft habe er, wie schon 1988, als er den Fall der Mauer in kürzester Zeit prognostizierte, den Ausweg durch eine produktive Gemeinwohllösung vorgeschlagen. Tatsächlich sei Deutschland aber durch den Maastrichtvertrag absichtlich zerstört worden, wie Helmut Kohl es selbst in seiner Biografie zu erkennen gebe. Der neue EU-Vertrag verschärfe diese Zerstörung und könne mit dem Versailler Vertrag von 1918 verglichen werden, der den Grundstein für die Hyperinflation von 1923 und den Aufstieg der Nazis legte.

Die lenkende Hand hinter dieser Geschichte liege in anglo-holländischen privaten Finanzkreisen, die faktisch über der britischen Krone stünden und im alten und neuen britischen Empire den Ton angeben. Sie seien auch federführend bei der Selbstzerstörung der USA, bei der ihnen allzu viele bereitwillige Helfer in den Vereinigten Staaten selbst zur Seite stünden. Die USA seien so von der größten Wirtschaftsmacht der Welt 1945 zu einem industriellen Wrack mit einer unbezahlbaren Verschuldung geworden. Für die anglo-holländischen Finanzkreise gehe es im laufenden US-Präsidentschaftswahlkampf darum, wie 1923 in Italien, die Mussolini-Option für die USA durchzusetzen. Dafür hätten sie den Bürgermeister von New York, Bloomberg, ausgewählt, der für sie den Bankenkrach auf die Masse der Bevölkerung abwälzen solle. Bloomberg werde von den faschistischen Steigbügelhaltern des ehemaligen chilenischen Generals Pinochet gefördert, nämlich George Shultz und Felix Rohatyn, die in den 70er Jahren in Südamerika mit Hilfe von alten SS-Schergen Massenmorde an Gegnern der Militärdiktaturen ausführen ließen.

Lyndon LaRouche erläuterte auch seine Rolle im US-Wahlkampf. Obwohl er keinen der Kandidaten direkt unterstütze, spiele er eine spezielle Rolle für die Lösung der Krise und für die Ausschaltung des Feindes der USA. Dieser Feind sei London. Als wolle er dies selbst beweisen, hatte Bürgermeister Bloomberg auf dem Parteitag der britischen Konservativen im Jahr 2007 sich bei den Engländern für die amerikanische Revolution von 1776 entschuldigt!

Was sind die Lösungsschritte?

Im Gegensatz zur Finanzelite, die den Lebensstandard der Menschen brutal senken will, um ihre Bankenmacht zu retten, und dazu Polizeistaatsmethoden einsetzen müsse, trete er für die Rettung der Bevölkerung ein und wolle die Banken dem unerläßlichen Bankrottverfahren unterwerfen, wie es Präsident Franklin D. Roosevelt 1933 tat. Als sei er amerikanischer Präsident, betonte LaRouche: „Nur die Macht des souveränen Staates kann die Bürger und ihr Überleben schützen." Dazu gebe es drei Schritte:

1. Die Errichtung einer „Brandschutzmauer", wie er es am Fall der Zwangsversteigerung von Häusern in den USA als Gesetz vorgeschlagen habe, das nun schon von über 40 Städten (allein in Pennsylvania) beschlossen sei und in vielen Landtagen beraten würde. In solchen Krisen müsse die Wirtschaft wie durch Schutzmauern davor bewahrt werden, daß alles noch schlimmer werde. Dazu gehörten alle wichtigen Bereiche wie Renten, Gesundheitswesen, Kredite für die laufenden Geschäfte und auch Mindestspareinlagen.

2. Gleichzeitig müsse der Staat durch Kredite die Ausweitung der Produktion und damit das Überleben der Bürger sichern, wozu die Privatbanken durch ihren Bankrott nicht mehr in der Lage seien. Dazu sollte ein zweigleisiges Kreditsystem produktiven und nützlichen Tätigkeiten Kredite zu 1-2% gewähren, während andere Bereiche beliebig hohe Zinsen zu zahlen hätten.

3. Eine verbesserte US-Regierung würde sich an Rußland, China und Indien wenden, um mit diesen souveränen Regierungen eine neue Finanzordnung mit festen Wechselkursen auszuhandeln, in deren Mittelpunkt Verträge über große Infrastruktur und Energieprojekte stünden.

Zum Schlußforderte Herr LaRouche die Anwesenden dazu auf, die Lehren aus den Leiden der Hyperinflation von 1923 und deren Folgen zu ziehen und eine Wiederholung dieser Katastrophe zu verhindern. Dazu hatten seine jugendlichen Mitarbeiter ein Video erarbeitet, auf dem wissenschaftlich exakt dargestellt wird, wie die damalige Krise außer Kontrolle geriet. Denn die Zentralbanken und Regierungen gehen heute den gleichen Weg der Hyperinflation wie Deutschland im Jahr 1923. Das Video ist auf Englisch zu sehen unter [url:"http://www.larouchepac.com/]http://www.larouchepac.com/.

Transrapid in München und international

Der zweite Themenbereich beschäftigte sich mit dem Münchner Transrapidprojekt, wo die erste kommerzielle Strecke in Deutschland gebaut werden soll. Herr Haberland von der Initiative „Mobil in München" zeigte die Verlogenheit der Gegner des Projektes auf, die, wie der bayerische SPD-Vorsitzende Maget, vor ein paar Jahren das Projekt lobten, jetzt es mit religiösem Eifer bekämpften. Auch Gegner Ude, der Oberbürgermeister, habe es in seiner langen Amtszeit versäumt, eine schnelle Anbindung an den Flughafen auf den Weg zu bringen, obwohl die Passagierzahlen am Flughafen immer weiter steigen. Dies sei seit 1992 überfällig, weshalb der Transrapid eine ideale Möglichkeit sei, im 10-Minutentakt bei 10 Min. Fahrdauer City und Flughafen „kurzzuschließen". Dies führe zu einer Ersparnis von 5 Mio. Stunden, wenn man 10 Mio. Passagiere zu Grunde legt. Statt dessen führe Ude falsche Finanzierungsmodelle an. Falsch, weil die bewilligten Gelder des Bundes nur für dieses Projekt zur Verfügung stünden und nicht für eine angebliche, schnelle S-Bahnanbindung.

Danach sprach Tom Gillesberg vom Schiller-Institut in Dänemark, der von einer lebhaften Debatte in Medien, Parlament und Regierung berichtete, die sein Wahlkampf für eine Brücke mit Magnetbahn über das Kattegat ausgelöst habe. Diese Verbindung würde die beiden größten Städte Dänemarks, Kopenhagen und Aarhus, auf einen Abstand von nur 40 Minuten annähern. Dänemark solle zu einem Knotenpunkt von Magnetbahnstrecken in Skandinavien werden und an die Eurasische Landbrücke angeschlossen werden. Ein großes Hindernis in den Diskussionen sei die Frage gewesen: „Wenn die Magnetbahn so gut ist, warum bauen die Deutschen sie nicht selber?" 

Fortschritt als Motor der Volkswirtschaft

Die Geschichte der Industrialisierung sei eine Geschichte technologischer Durchbrüche, erklärte Werner Zuse vom „Fusions-Energie-Forum". Am Beispiel der Umstellung von der Kutsche auf die Eisenbahn zeigte er, daß der kurzfristige Profit der ersten Eisenbahn 1835 in keinem Verhältnis zu den Kosten stand. Wie überall sei aber das Kosten-Nutzen-Denken eine sehr fehlerhafte Sicht menschlicher Entwicklung. Denn erst durch die Anfänge der Eisenbahn seien neue Industrien entstanden, die es zuvor nicht gegeben habe. Diese Umwandlung des ganzen Produktionsprozesses habe die Volkswirtschaft revolutioniert und die Erschließung entlegener Landstriche ermöglicht.

Diese sprunghafte Entwicklung treffe auch auf die Einführung des Elektromotors zu, denn Landwirte und Handwerker konnten sich erst durch den Elektromotor eine große Arbeitserleichterung verschaffen, die vorher zwar auch durch die Dampfmaschine theoretisch möglich gewesen sei, u.a. aus Kostengründen aber praktisch ausgeschieden sei. So liege vor uns nun eine Revolution im Verkehrswesen, weil die neue Technik des Schwebens von selbstgesteuerten Frachtzügen bis zum Transport in luftleeren Röhren mit extremen Geschwindigkeiten noch gar nicht ausgeschöpft sei.

Wissenschaftsbegeisterung

Im dritten Teil kam Prof. Harry Ruppe zu Wort, der den Lehrstuhl für Raumfahrt an der TU München innehatte und selbst zu den Raumfahrtpionieren des Apollo-Mondfluges und der folgenden Weltraummissionen gehörte. Er führte die Zuhörer an die Grenzen der heutigen Forschung und weckte damit die Frage nach dem Daseinsziel der Menschheit. Denn dort, wo die Wissenschaftsdiskussion noch sachlich geführt werde, so sei sie doch meist durch das Kosten-Nutzen-Denken eingeschnürt. Geld sei aber nie das Problem, wie es der Irakkrieg gezeigt habe, so Prof. Ruppe. In Wirklichkeit gehe es um die Zukunft der Menschheit im Universum. So spannte er den Bogen von der Erschließung fast unbegrenzter Energiequellen durch die Kernspaltung bis zur tatsächlich unbegrenzten Energiequelle der Kernfusion, deren Brennstoff der Wasserstoff ist und in 30 Jahren zur Verfügung stehen wird. Von hier breitete er einige Probleme der Astrophysik aus wie das Rätsel, daß nur 4% der Materie am Sternenhimmel für uns sichtbar sind. Sie leuchten entweder oder werden angeleuchtet. 96% aber sind unsichtbar, und man versucht sie durch Messungen zu erfassen. Ist es dunkle Materie? Wieder einmal stand das große Unwissen der Menschheit über „ihr" Universum im Raum, das allem heutigen Denken vom „fast allwissenden" Menschen widerspricht.

Ohne die Erklärungsversuche hier weiterzuverfolgen, erhielten die Zuhörer ein tieferes Verständnis, warum Weltraumfahrt auch eine Bestimmung des Menschen ist. Einmal, damit er sein eigenes Überleben nicht dem Zufall überläßt, andererseits auch, um seinem natürlichen Forscherdrang freien Lauf zu lassen und Freude am Entdecken selbst zu erleben. Technologie und Raumfahrt sind ein Bestandteil der menschlichen Natur und nicht eine Profitquelle.

Toni Kästner von der LaRouche-Jugendbewegung unterstrich die einzigartige Pädagogik, die Lyndon LaRouche der Jugend weltweit zur Verfügung gestellt habe. Denn Genien in der Menschheitsgeschichte, wie z.B. Platon, Kepler oder Schiller, auf ihrem Entdeckungsweg zu folgen, schaffe erst die Charakterfestigkeit, um eigene Beiträge zum Fortschritt machen zu können.

Frau Zepp-LaRouche führte dieses Thema in ihrem Schlußwort noch weiter. Der Kern der gegenwärtigen Krise sei das Menschenbild, denn die moralische Sicht des Menschen sei das, was technologischem Fortschritt oder dessen Sabotage zu Grunde liege. Wie Friedrich Schiller in seiner Schrift „Die Gesetzgebung des Solon und Lykurgos" geschrieben habe, stünden wir in einem 3000-jährigen Kampf um die Befreiung des Menschen von Oligarchie und Rückständigkeit. Schon der griechische Dramatiker Aischylos habe in seinem „gefesselten Prometheus" vor fast 2500 Jahren den Haß der Götter des Olymp auf die Erkenntniskraft des Menschen beschrieben und in Prometheus das Beispiel der Liebe zur Menschheit aufgerichtet. Ebenso wolle die heutige Oligarchie das begeisternde Potential des Fortschritts beseitigen, um ihre Macht zu retten. Durch unsere Möglichkeiten hätten wir heute die Chance, die Visionen von Aischylos und Schiller für die ganze Menschheit zu verwirklichen.





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